Catching Stars

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Tausende von Sternen die man nicht mal mit dem bloßen Auge sehen kann, die Milchstraße oder die Erdrotation mit Sternenzieher sichtbar machen. All das ist möglich mit Langzeitbelichtungen. In diesem Blogbeitrag führe ich euch in die Kunst der Langzeitbelichtungen bei Nacht ein.

Das Equipment

Das Material das ihr hierfür braucht um damit zu starten ist relativ simpel und nicht all zu teuer. Das wichtigste ist natürlich eure Kamera diese sollte schon mindestens ein ISO Wert von 1600 aushalten ohne extrem zu Rauschen und über einen Bulbmodus verfügen.

  • Eines der Wichtigsten wenn nicht sogar das wichtigste ist das Objektiv. Wie für Landschaften üblich sollte es möglichst Weitwinklig sein. Ich bevorzuge hier Festbrennweiten zwecks der meist günstigeren Preise und kleineren Blendenzahl. Um die ersten Versuche zu machen habe ich anfangs das Kitobjektiv verwendet welches mir wirklich treue Dienste geleistet hat. Das Objektiv sollte über eine Focus Scala mit unendlich Zeichen verfügen (Sieht aus wie eine liegende 8).
  • Das Stativ ist essentiell, da man über viele Sekunden die Kamera komplett still halten muss. Achtet beim Kauf darauf, dass es mit eurer montierten Kamera stabil steht. Bestenfalls hat es am unteren Ende einen Haken, an den ihr z.B. euren Rucksack zum Beschweren aufhängen könnt, wenn es mal windig ist. Ich habe mit einem Stativ für 50 € begonnen, welches ich bei einer großen Elektronikhandelskette gekauft habe. Und dieses begleitet mich noch bis heute.
  • Der Funkauslöser wird für den Anfang nicht zwingend benötigt, da man meist doch nicht über 30 Sekunden belichtet. Aber er erspart einem das Arbeiten mit dem internen Selbstauslöser der Kamera.

Nun haben wir die essentiellsten Dinge zusammen um unsere ersten Langzeitbelichtungen zu machen. Doch zuvor sollten wir uns einen geeigneten Platz suchen der dafür geeignet ist.

 

Die Location Wahl

 

Das größte Problem wenn man den Sternenhimmel ablichten will ist die sogenannte Lichtverschmutzung. Das ist eine Ansammlung von vielen Lichtern wie es z.B. in Städten oder auch Dörfern vorkommt, welche den Himmel in unfassbarem Ausmaß aufhellen. Eben dadurch bekommt ihr weniger Sterne zu sehen und könnt auch weniger auf eurer Kamera ablichten. Sucht euch bestenfalls einen Ort, der möglichst weit entfernt von jeglicher Zivilisation ist.

 

Der Aufbau

Der einfachste Part hier. Kamera auf das Stativ montieren, positionieren, Bildausschnitt wählen, fertig. Achtet darauf, dass das Stativ stabil steht und beschwert es wenn nötig mit einem Kamerarucksack oder auch einer schweren Jacke.

 

Die Einstellungen

Die ersten Einstellungen sind nur grobe Schätzungen, da ihr nie wisst wieviel Lichtverschmutzung nun doch vorhanden ist, oder wie hell oder dunkel der Himmel allgemein ist. Ich starte meist mit einer Blende 8, 25 Sekunden Verschlusszeit, Iso von 800 und den Focus auf unendlich. Es kommt hier nicht darauf an sofort das perfekte Bild zu machen, sondern sich langsam an die optimalen Einstellungen heran zu tasten. Stellt den Selbstauslöser auf die kleinstmögliche Dauer ein. Nun heißt es Abdrücken und die nächsten 25 Sekunden nicht das Stativ berühren.
Handys wären der Belichtungszeit in der Tasche lassen. Ein leuchtendes Display reicht aus um euch ungewollt Licht in den Vordergrund zu werfen. Wenn ihr die erste Belichtung gesichtet habt könnt ihr eure Einstellungen anpassen. Hierbei müsst Ihr ein paar Grundlegende Dinge über Blende, Iso und Verschlusszeit wissen.

 

  • Blende: Je geschlossener (größere Blendenzahl), desto besser, da mehr Schärfe. Ab Blende 8 aufwärts macht es je nach Objektivhersteller kaum noch sichtbare Unterschiede. Wählt ihr die Blende zu klein, verliert ihr an Schärfe.
  • Iso : Der Iso erhöht die Lichtempfindlichkeit eures Sensors, also macht das Bild heller. Aber er verursacht mit steigenden Werten mehr Rauschen im Bild. Testet für euch bei welcher Iso Größe eure persönliche Schmerzensgrenze liegt.
  • Belichtungszeit : Je länger die Belichtungszeit, desto heller euer Bild. Belichtet ihr zu lange gibt es durch die Erdrotation Sternzieher die eure Sterne nicht wie Punkte, sondern eher wie Striche aussehen lassen. Die genaue Zeit ab wann die Sterne beginnen zu ziehen ist abhängig von Sensorgröße, Objektivbrennweite, sowie dem Ausschnitt des Himmels den ihr fotografiert. Um nicht zu sehr ins Detail zu gehen nehmt 25 Sekunden als Richtwert, zoomt in euer Bild rein und kontrolliert es auf Sternzieher.

 

Belichtungszeit max. 25 Sekunden, darüber gibt sichtbare Sternzieher

Iso auf euer persönliches Maximum begrenzen

Blende soweit geschlossen halten wie es geht

 

An diesem Punkt will ich nun den Beitrag mit ein paar kleinen allgemeinen Tipps die euch das Leben erleichtern werden abschließen:

  • habt mindestens einen Ersatz Akku parat, Langzeitbelichtungen fressen Strom ohne Ende
  • Checkt Mond Auf- sowie Untergang. Das Ding lässt eure Bilder erscheinen als wären sie am Tag geschossen worden. Bestenfalls zieht ihr los wenn er nur eine Sichel ist.
  • Wenn ihr alleine unterwegs seid lasst jemanden wissen wo ihr genau seid. Man weiß nie ob einem was passiert!
  • Festes Schuhwerk sollte klar sein. Mit Badelatschen lassen sich nachts keine Wälder schmerzfrei durchstreifen.
  • Checkt eure gewählte Location tagsüber aus um auf Probleme rund um den gewählten Spot vorbereitet zu sein.

Und nun raus mit euch in die (hoffentlich) finstere Nacht,

euer David

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