Es war Herbst 2014 als meine Frau und ich uns dazu entschlossen haben mit unserer damals 9 monatigen Tochter über Weihnachten in unser geliebtes Kanada zu fliegen.

Bereits 2013 waren wir zusammen für mehrere Monate in den Rocky Mountains und wir hatten sozusagen Heimweh.

Die Vorbereitungen

Mal abgesehen von Flug buchen, Reisepass erneuern und nen neuen Satz lange Unterwäsche kaufen, gab es aus reisetechnischer Sicht nicht viel vorzubereiten.

Fotografisch gesehen machte ich mir viel Gedanken was ich denn alles mitnehmen sollte. Da wir mit Kleinkind reisten hatte ich kaum Platz für viel Equipment. Daher beschränkte ich mich auf:

  • Kamera (damals Sony Alpha 58)
  • Tamron 10-24 mm f3,5-4,6
  • Sony 50mm f1,8
  • Cullman Mikro Maxx Stativ
  • Pixxel Funkfernauslöser
  • Ersatzakku
  • Ladegeräte
  • Laptop
  • Kleinkram wie Speicherkarten etc.

 

Da ich nicht darauf aus war Tiere zu fotografieren, war ich doch schon ganz gut ausgerüstet.

Wichtig: Kameraequipment niemals in die Koffer ! Immer im Handgepäck mitnehmen. Da man nicht kontrollieren kann wie mit den Koffern umgegangen wird!

Endlich daheim

Neun Stunden ohne eine Minute Schlaf später landeten wir endlich. Langstreckenflüge mit Kleinkindern sind echt kein Spaß muss ich hier anmerken.

Weitere 3 h Autofahrt später waren wir endlich an unserem Zielort. Dem kleinen verschlafenen Städtchen Invermere. Idyllisch gelegen, an einem großen See, um den herum auf allen Seiten die Rocky Mountains aufragen. Hier haben wir ein Jahr zuvor schon gelebt und hier wollten wir unsere fünf Wochen Urlaub auch verbringen.

Ein Satz mit x

Wie schon erwähnt haben wir im Jahr zuvor schon für mehrere Monate hier gelebt. Auf Grund dessen kannte ich die Gegend schon sehr gut.

Die ersten Tage wurden allerdings erstmal zum Ankommen und Jetlag auskurieren benötigt. Was mit Kleinkind direkt mal doppelt so anstrengend ist. Aber genug gemeckert. Wir waren da und es lagen 70cm Schnee. Jedoch war die Freude über den Schnee von kurzer Dauer. Eine Woche nach unserer Ankunft erwischte uns eine Warmwetterfront und das Winterwonderland entwickelte sich binnen eines Tages zu …. Matsch. Ein paar weitere Tage später ärgerten wir uns darüber unsere kurzen Hosen nicht eingepackt zu haben. Und so waren sie dahin, meine fotografischen Träume von gefrorenen Wasserfällen oder Schnee bedeckten Seen. Da die Landschaft durch den vielen Matsch überall nicht wirklich viel hergab, beschränkte ich mich erstmal darauf nachts los zu ziehen und die Sterne fest zu halten.

Canadian Stars

Nachts war es einfach wundervoll, keine Menschenseele weit und breit, maximal ein Bär der durchs Unterholz streifte aber mich in Ruhe lies. Ich fuhr mit unserem Truck durch die Gegend und suchte mir ein schönes Plätzchen mit Blick über den See. Allzu weit weg vom Auto wollte ich aus Angst vor Bären, Cougars oder anderem großen Getier lieber nicht gehen. Darum fotografierte ich vom Straßengraben aus. So verbrachte ich mehrere Stunden meist am gleichen Ort und probierte viele verschiedene Einstellungen und Perspektiven aus. In dieser Zeit lernte ich unglaublich viel über meine Kamera und allgemein Langzeitbelichtungen bei Nacht. Wenn alle schliefen hatte ich endlich die Möglichkeit mir die Zeit zu nehmen alles zu testen. Zum Beispiel ob ein Bild mit ISO 10.000 mit dieser Kamera wirklich scheiße aussieht (ja sie tun es definitiv), oder wie lange ich belichten kann ohne dass die Sterne ziehen (je nach Brennweite max. 25 Sekunden). Ich kam oft mit wenig bis gar keinem brauchbaren Bildmaterial nach Hause, aber ich hatte jedes Mal dazu gelernt und war glücklich.

Er ist zurück

Nach fast drei Wochen ohne Schnee aber dafür sommerlichen Temperaturen, sank das Thermometer endlich wieder unter die 0 Grad Grenze. Pünktlich zu Weihnachten hatten wir dann auch wieder den so lange erhofften Schneefall. Da die Feiertage ins Haus standen ließ ich meine Kamera ruhen und widmete mich meinem zweitliebsten Hobby, dem Essen. Und davon gab es reichlich. Doch nachdem die Teller leer geputzt waren und ich mich nichtmehr auf die Waage traute, zog es mich dann doch wieder hinaus.

Tagsüber zu fotografieren brachte eine große Schwierigkeit mit sich. Und das war die Zeit. Ich war ja mit meinen beiden Mädels im Urlaub und konnte schlecht den ganzen Tag verschwinden um zu fotografieren. Daher versuchte ich unsere Ausflüge immer so zu legen, dass ich eine tolle Location in der Nähe hatte und konnte für ein paar Minuten entschwinden und das ein oder andere Bild schießen.

Starshower

Nachdem ich dann alle familientauglichen Spots abgegrast hatte kam eine geniale Nachricht. Wie der Cousin meiner Frau erfuhr sollte es in den nächsten Tagen eine Sternschnuppennacht geben. Da ich mir das nicht entgehen lassen wollte, planten wir gemeinsam diese Tour zu starten. Lukas und ich packten zwei Tage später unsere Kameras, betankten den Truck und zogen noch ein drittes Paar Socken über ( -25 Grad sind nun mal wirklich kalt). Gegen 23 Uhr zogen wir los und machten uns auf den Weg ein Plätzchen mit schöner Aussicht zu finden. Wie wir nach 45 Minuten Fahrt ins Hinterland feststellten, hätten wir uns doch schon besser am Tag eine geeignete Stelle suchen sollen. In der finsteren Nacht Locations zu suchen, in einem Gebiet das man nicht kennt, ist wirklich nicht angenehm. Nichts desto trotz fanden wir ein annehmbares Fleckchen und blickten erstmal gen Himmel. Es ist kaum zu beschreiben was das für ein Anblick war. Abertausende von Sterne am tief schwarzen Himmel die einen sich selbst extrem klein vorkommen ließen.

Als wir uns akklimatisiert hatten stellten wir die Kameras auf und starteten die ersten Belichtungen. Es war atemberaubend zu sehen wie auf dem kleinen Kameradisplay plötzlich doppelt so viele Sterne am Himmel zu sehen waren wie mit dem bloßen Auge.

Wir hatten mächtig Spaß und probierten viele Dinge aus, mit meistens mäßigem Erfolg.

Leider bekamen wir dann sehr bald Probleme mit nicht funktionierenden Fernauslösern, wackligen Stativen und kalten Füßen. So machten wir uns gegen zwei Uhr durchgefroren aber glücklich auf den langen Heimweg durch das kanadische Hinterland.

Das war auch schon fast das Ende unseres Urlaubs und wir flogen wenige Tage später zurück nach Deutschland.

Fazit

Wenn ich mir die Bilder heute so anschaue hätte ich einiges besser machen oder mich auch besser vorbereiten können. Ich hatte oftmals nicht die besten Blickwinkel für die Location gewählt, oder auch einfach nur die Einstellungen versaut. Jedoch bin ich nicht sauer über diese vermeintlich nicht optimalen Bilder, sondern bin glücklich über das, was ich erlebt habe und dass ich zu Hause meine Fehler die ich gemacht habe erkannte. Nur so kommt man weiter. In dem man auch einfach mal Fehler macht und daraus lernt.

Ich habe wirklich viel an Erfahrung aus diesem Urlaub mitgenommen und kann jedem der schöne Landschaften oder auch Tiere fotografieren will dieses Land nur ans Herz legen.

Ich werde definitiv wiederkommen, werde mich besser vorbereiten und dann sicher mit besseren Ergebnissen nach Hause kommen.

Also los zum nächsten Flughafen und ab mit euch ins Land der Bären und Elche,

Euer David

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